Eine Familienwanderung von Pfronten

Der Pfrontener Ortsteil Steinach, der nahe der Grenze zu Österreich liegt, wird von steilen Bergflanken überragt. Im Norden krallt sich die Burgruine Falkenstein auf einen Gipfel, der mit eindrucksvoll steilen Wänden ins Tal abbricht.

Auf den Anstiegsweg zum Breitenstein schauen die düsteren Wände des benachbarten Aggenstein.

Eine nicht allzu lange, aber recht steile Wanderung führt zu dieser höchstgelegenen mittelalterlichen Burg Deutschlands hinauf, in deren Nähe die herrliche Aussichtsterrasse der Burgwirtschaft lockt. An der Südseite des Tals ragt der wuchtige Breitenberg auf, der ein wunderbares Wanderrevier bietet.

Möglich macht dies die Breitenbergbahn, mit deren Hilfe man die Anstiegswege deutlich verkürzen kann. Auf dem Gipfel lockt die Ostlerhütte mit ihrer schönen Aussichtsterrasse zu einer Rast. Wer seinen Kindern ein ganz besonderes Erlebnis bieten will, der kann auf der herrlich gelegenen Hütte eine Nacht verbringen. Mit größeren Kindern bietet sich der Abstieg vom Breitenberg zur Fallmühle an. Auf dieser Route hat man, anders als auf den viel begangenen Wegen an der Breitenbergbahn, die prachtvolle Bergwelt meist ganz allein für sich.

Von Pfronten-Steinach auf den Falkenstein

Nahe der Bergstation der Breitenbergbahn starten bei günstigen Bedingungen zahlreiche Paraglider..

Vom Parkplatz an der Breitenbergbahn bzw. von der Bahnstation Pfronten-Steinach gehen wir an der Bundesstraße entlang ein kurzes Stück Richtung Osten. Nach 200 Metern biegen wir links in den Zirmenweg (Wegweiser Falkenstein), überqueren die Bahnlinie und das Flüsschen Vils und halten uns dann auf einem breiten Querweg links. Nach wenigen Metern biegen wir rechts in einen Wanderweg und gehen nach einem kurzen Anstieg an einem Wegkreuz geradeaus.

Der Weg quert durch den Südhang des Falkensteins. Nach einigen Kehren zweigt links ein schmaler Steig zur Schlossangeralp ab. Wir folgen jedoch dem Hauptweg nach rechts, der uns zu den senkrechten, hell leuchtenden Süd wänden des Falkensteins führt. Bald zerfurcht über uns die Mariengrotte die überhängende Wand. In ihr versteckt sich eine große, 1889 aufgestellte Madonna. Von der Grotte steigen wir auf dem linken oberen Weg direkt zur Burggaststätte Falkenstein hinauf. Links an der Terrasse führt der gut ausgebaute Weg hinauf zur nahen Burgruine Falkenstein. Von der Ruine gehen wir wieder zurück zur Burgwirtschaft und finden links der Terrasse einen steinigen Steig, der uns in vielen Kehren durch den steilen Waldhang hinab zu den Wiesen der Schlossangeralp führt. Wir gehen am Waldrand entlang nach rechts zu einer Teerstraße.

Am Fuße der steilen Südwand des Falkenstein steht seit 1889 in der Mariengrotte eine Madonnenfigur.

Wir folgen ihr nach links, überqueren den Parkplatz und wandern links an der Schlossangeralp vorbei über die Wiesen zum Waldrand. Hinter dem Zaun gabelt sich der Weg. Links führt der Direktabstieg zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wir halten uns je doch rechts und folgen dem schmalen, rot markierten Steig, der uns über den bewaldeten Bergkamm des Manzengrats leitet.

Bald fällt der Kamm steiler ab, und unser zunehmend steiniger werdende Steig windet sich in Kehren nach unten. Den nach Meiling ausgeschilderten Weg lassen wir rechts liegen und treffen dann bald unterhalb des Gasthofs Manzenstube auf eine schmale Teerstraße. Gegenüber finden wir die Fortsetzung des Wanderwegs, der weiter unten an der Teerstraße endet. Auf ihr wandern wir rechts zu einer Kreuzung am Rand des Talbodens hinab, gehen dort kurz nach links und biegen noch vor der Vilsbrücke links auf einen Richtung Vils ausgeschilderten Kiesweg. Am Mühlbach und an der Vils entlang bringt dieser uns nach einem Kilometer zur Vilsbrücke, wo es rechts über den Fluss und zum nahen Bahnhof Pfronten-Steinach zurückgeht.

Karte auf den Falkenstein

Über den Breitenberg

Nahe der Bergstation blickt man von der sonnigen Hochalpe hinab auf die herbstlichen Nebelfelder.

Die Breitenbergbahn bringt uns ohne Mühen über die steilen Hänge zur Bergstation (1498 m) am Osthang des Breitenbergs. Von der Bergstation folgen wir einem breiten und eben über die Alpweiden verlaufenden Weg und müssen uns schon nach wenigen Metern an einer Wegkreuzung entscheiden: Rechts führt ein zur Ostlerhütte ausgeschilderter Wirtschaftsweg bergan in Richtung Breitenberg und leitet an einer kreuzgeschmückten Wiesenkuppe vorbei zur Bergstation eines Sessellifts hinauf. Man kann aber auch geradeaus zum nahen Hochalpe-Sessellift weitergehen und mit dessen Hilfe den Anstieg zum Breitenberg verkürzen.

Besonders mit kleineren Kindern lässt sich so die Wanderung zur Ostlerhütte auf eine angenehme Länge kürzen. An der Bergstation des Sessellifts (1677 m) vereinen sich beide Varianten wieder. Wir folgen einem breiten Wirtschaftsweg, über den im Winter eine Rodelbahn ins Tal führt, und biegen nach wenigen Metern rechts auf einen grobgeschotterten Weg ab, der teils steil bergan führt. Nach einem letzten, kurzen Steilstück legt sich der Weg zurück, und bald schon lockt nahe vor uns die auf dem Gipfel des Breitenbergs stehende Ostlerhütte (1838 m). Durch die Gaststube gelangt man zur herrlichen Aussichtsterrasse auf der Südseite der Hütte.

Die Burgruine Falkenstein
Ab dem 11.Jh. wurde Burg Falkenstein in einer Höhe von 1268 m auf einem steilen Felsen westlich von Pfronten erbaut. Von der Burg aus ließ der Augsburger Bischof die wichtige Fernhandelsstraße durch das Vilstal bewachen. Im 15. Jh. hausten auf Falkenstein Raubritter, bis reiche Kaufleute die Burg von Landsknechten niederbrennen ließen. Falkenstein wurde aber bald wieder aufgebaut, doch nach einem Brand während des Dreißig jährigen Kriegs im Jahr 1646 wurde die Burg endgültig aufgegeben. Über 200 Jahre lag die Ruine im Dornröschenschlaf, bis sie der bayerische »Märchenkönig« Ludwig II. entdeckte und im Jahr 1884 erwarb. Fasziniert von der herrlichen Lage wollte er hier ein Märchenschloss erbauen lassen, das Schloss Neuschwanstein noch übertreffen sollte. Doch 1886 wurden nach der Absetzung und dem Tod von Ludwig II. die an der Ruine begonnenen Arbeiten endgültig eingestellt.

Wundervolles Bergpanorama

Hier lässt sich bei einer Brotzeit ein umfassendes Panorama genießen. Wer nicht auf dem bekannten Weg wieder zur Breitenbergbahn absteigen will, dem bietet sich mit dem Weg hinab zur Fallmühle eine lange, aber landschaftlich wundervolle Alternative, die mit größeren und trittsicheren Kindern unternommen werden kann. Wir gehen rechts um die Ostlerhütte und finden den Beginn des schmalen, wurzeligen Steigs, der anfangs nur sanft fallend über den Höhenrücken führt. Bald fällt der zunehmend felsige Bergkamm steiler ab, und der Steig weicht in die südlichen Hänge aus. Kurze Felsstufen und Holztreppen verlangen ein gewisses Maß an Trittsicherheit.

Mit genügend Pausen schaffen selbst kleine Kinder den kurzen Anstieg zum Breitenberg.

Aussichtsreiche Flachstücke wechseln jetzt mit steiler abfallenden Wegstücken, ehe der Steig über den breiten Bergrücken nach rechts in den Nordhang quert. Nachdem dort der steile oberste Hangabschnitt auf teils felsigem und rutschigem Weg gequert ist, geht es anschließend in angenehmen Serpentinen durch den Wald bergab. Kurz oberhalb einer Forststraße folgen wir dem rot markierten Steig noch ein kurzes Stück nach rechts, dann geht es bald hinab zur Kiesstraße, der wir nur wenige Meter nach rechts folgen. Nun wechseln wir links auf den zur Fallmühle ausgeschilderten Wanderweg, der uns durch den Wald zu einer weiteren Forststraße bringt. Auf der breiten Kiesstraße wandern wir abwärts, wobei eine der Serpentinen rechts über eine Wiese abgekürzt werden kann. Im Talgrund treffen wir auf die Teerstraße, die Pfronten mit dem Tannheimer Tal verbindet. Auf ihr wenige Meter nach links gehen, dann rechts in den Kiesweg, der zur Steinacher Ache hinabführt, und an der Kreuzung vor dem Flüsschen rechts über die Brücke. An heißen Sommertagen bieten die Gumpen unterhalb der Brücke herrliche Erfrischungsmöglichkeiten, und wenige Meter weiter lockt der Gasthof Fallmühle zu einer erholsamen Rast. Vom Gasthof folgen wir der geteerten Zufahrtsstraße und müssen uns nach kurzer Strecke entscheiden, ob wir zu Fuß oder mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurückkehren wollen.

Geht man geradeaus zur Talstraße, findet man dort die Bushaltestelle, von der es mehrmals täglich eine Verbindung zur Haltestelle an der Breitenbergbahn gibt. Wir entscheiden uns jedoch für den Rückweg zu Fuß, der uns in einer knappen Stunde zur Breitenbergbahn zurückbringen wird. Wir folgen schon vor der Talstraße rechts dem Richtung Pfronten ausgeschilderten Wanderweg, der an der nahen Steinacher Ache unter der Talstraße hindurchführt. Auf einem Wirtschaftsweg wandern wir nun immer rechts des Flüsschens weiter. Nach einer ersten Brücke, die links bleibt, folgt der Weg einem schmalen Mühlbach und geht bald in ein Teersträßchen über. Auf der folgenden Brücke überqueren wir den Fluss, biegen nach wenigen Metern rechts in einen Wirtschaftsweg (Wegweiser Alpengarten) und wandern nun am linken Flussufer entlang.

Karte auf den Breitenberg.

Wir ignorieren mehrere Brücken, bis wir von der Enzianstraße aus auf einer breiten Brücke rechts den Fluss überqueren. Unmittelbar nach der Brücke biegen wir links in den schmalen Weg, der am rechten Flussufer durch den Alpengarten führt. Neben naturkundlichen Erläuterungen zu den einzelnen Pflanzen findet man hier auch ein schön angelegtes Kneippbecken, in dem man die müden Beine erfrischen kann. Der schmale Weg endet an der Hauptstraße, die wir vorsichtig überqueren. Nun wenige Meter nach rechts und wieder über die breite Straße in eine Nebenstraße, die uns nach wenigen Metern zu einer Kreuzung bringt. Hier folgen wir links dem zur Talstation der Breitenbergbahn ausgeschildeten Weg.

Infos zur Familienwanderung Pforten

Anfahrt Bus/Bahn: Ausgangspunkt der Wan derungen ist der Bahnhof Pfronten-Steinach bzw. die nahe gelegene Talstation der Breitenbergbahn. Auto: Mit dem Auto fährt man auf der B 309 durch das aus meh – reren Ortsteilen bestehende Pfron ten, dann Richtung Vils und Reutte. Den Ausgangspunkt er – reicht man 1 km vor dem Grenzübergang nach Österreich am süd östlichen Ortsrand von Pfron – ten-Steinach.
Gehzeiten Für Wanderung 1 insgesamt 2 Std. 45 Min.; von Pfronten-Steinach auf den Falkenstein 1 Std. 30 Min., zurück zum Ausgangspunkt 1 Std. 15 Min. Für Wanderung 2 insgesamt 4 Std.; von der Breitenbergbahn- Bergstation bis zur Ostlerhütte 1 Std. 15 Min. (lässt sich mit der Hochalpe-Sesselbahn um die Hälfte verkürzen), Abstieg zur Fallmühle 1 Std. 45 Min., zu Fuß zurück zur Brei tenbergbahn-Tal – station 1 Std. (ab der Fallmühle verkehren zweimal nachmittags Busse zur Talstation; an der Breitenbergbahn nach den genauen Abfahrtszeiten erkundigen!)
Anforderungen Allgemein: Bei Wanderung 1 überwindet man auf einer Weglänge von 4,5 km im Auf- und Abstieg je 420 Hm. An der aussichtsreichen Burgruine Falkenstein sollte man wegen der steil abfallenden Südwände die Kinder nicht aus den Augen verlieren. Wegen des Schweiß treibenden, nach Süden exponierten Anstiegs eignet sich die Tour vor allem für schöne Frühlings- oder Herbsttage. Bei Wanderung 2 überwindet man auf einer Weglänge von 11 km im Aufstieg 350 Hm und im Abstieg 1000 Hm. An der Bergstation der Breitenbergbahn kann man in den Hochalpelift um stei – gen und so den Aufstieg hal bie – ren. Fährt man von der Fallmühle mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurück, verkürzt sich der Rückweg um 4 km. Ein ganz besonderes Erlebnis ist für Jung und Alt eine Übernachtung auf der Ostlerhütte. Dank ihrer Lage auf dem Gipfel des Breitenbergs kann man unvergessliche Sonnenauf- und -untergänge beobachten. Alter: Wanderung 1 ist für Kinder ab 6 Jahren und Wanderung 2 für trittsichere Kinder ab 8 Jahren geeignet; bei Auf- und Wiederabstieg von der Breitenbergbahn- Bergstation zur Ostlerhütte auch für Kinder ab 6 Jahren, vor allem wenn die Anstiege mit dem Hochalpe- Sessellift verkürzt werden.
Hütten/Einkehr Bei Wanderung 1 auf dem Falkenstein, in der Schlossbergalpe und im Gasthof Manzenstube; bei Wanderung 2 an der Bergstation der Breitenbergbahn, in der Ostlerhütte (auch Übernachtung, Tel. 08368/424, www.ostlerhuette.de), in der Fallmühle und in Pfronten
Höchster Punkt Bei Wanderung 1 der Falkenstein, 1267 m; bei Wanderung 2 der Breitenberg, 1838m
Karte Topografische Karte des Bayeri – schen Landesvermessungsamts 1:50 000, UK L 10 Füssen und Umgebung
Informationen Pfronten Tourismus, Vilstalstr. 2, 87459 Pfronten, Tel. 08363/698 88, Fax 698 66, www.pfronten.de; Breitenbergbahn, Info-Tel. 08363/92 98 90
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Ein Kommentar

  1. Am 10. Oktober 2013 um 16:15 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hallo Bernhard,

    ein sehr schöner Bericht und ich finde es auch sehr schön, dass sich diese Siete hier auf Familienwanderungen spezialsiert hat.
    Erst vor Kurzem habe ich auch einen Bericht in meinem Blog veröffentlich, der sich mit dem Thema Familienwanderung in Oberbayern beschäftigt.

    http://www.sportprediger.de/reiseberichte/familienwanderung-bayern/

    Es würde mich sehr freuen, falls Du deine kompetente Meinung dazu äußern würdest!

    Vielen Dank und beste Grüße,
    Christian

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